Engineering zuverlässiger KI-Agenten: Der Leitfaden für Prompt-Strukturen

Der Unterschied zwischen einem KI-Assistenten, der „fast“ funktioniert, und einem, der konsistent hochwertige Ergebnisse liefert, ist selten eine Frage der reinen Modellleistung. Stattdessen ist der Engpass in der Regel die Qualität und Struktur der bereitgestellten Anweisungen. Für DevOps- und SRE-Teams, die automatisierte Workflows erstellen, sind „magische Prompt-Tricks“ kein Ersatz für eine wiederholbare, technisch fundierte Struktur.
Dieser Artikel bietet einen praktischen Plan für den Aufbau effektiver KI-Agenten und beschreibt eine sechsteilige Struktur, die Sie für verschiedene Aufgaben wiederverwenden können, um Zuverlässigkeit, Sicherheit und klare Ergebnisse zu gewährleisten.
Das Problem: Qualität der Anweisungen vs. Modellleistung
Wenn Sie jemals das Gefühl hatten, dass ein KI-Assistent die Erwartungen nicht erfüllt, liegt das Problem oft an mangelnder struktureller Disziplin. Vage Aufgaben führen unweigerlich zu vagen Ergebnissen. Um diese Lücke zu schließen, müssen Ingenieure Prompts nicht als clevere Nachrichten, sondern als leichtgewichtige Produktspezifikationen betrachten.
Indem Sie Rollen, Inputs, Outputs und Einschränkungen mit der gleichen Strenge definieren, die auch in der Softwareentwicklung angewandt wird, erstellen Sie Agenten, die wesentlich einfacher zu integrieren, zu evaluieren und zu debuggen sind.
Das Sechs-Komponenten-Schema für Prompts
Das Herzstück jedes zuverlässigen Agenten ist ein Entwurf, der aus sechs wesentlichen Komponenten besteht. Diese Struktur stellt sicher, dass das Modell den notwendigen Kontext und die Grenzen hat, um komplexe Aufgaben zu erfüllen.

1. Rolle und Tonfall: Das „Wer“ und „Wie“ definieren
Beginnen Sie damit, die Persona und den Kommunikationsstil festzulegen. Dies bestimmt die Perspektive, durch die die Entscheidungen, das Vokabular und die Wissenstiefe des Agenten geformt werden.
Beispiel: „Agieren Sie als Senior SRE mit 10 Jahren Erfahrung in Incident Response und Postmortem-Analysen.“
2. Aufgaben-Definition: Handlungsorientierte Ziele
Geben Sie das Ziel in einer klaren, handlungsorientierten Sprache an. Formulieren Sie präzise, was der Agent erreichen muss, um ein verwertbares Ergebnis zu liefern.
3. Regeln und Leitplanken: Grenzen setzen
Geben Sie Einschränkungen und Qualitätsprüfungen explizit an, um Konsistenz zu gewährleisten.
- Do: Verwenden Sie Aufzählungspunkte für Listen.
- Don't: Geben Sie keine personenbezogenen Daten (PII) im Output aus.
4. Daten: Relevantes Wissen einfließen lassen
Gute Prompts fungieren sowohl als Anweisung als auch als Input. Stellen Sie alle notwendigen Kontextinformationen, Metadaten-Blöcke oder spezifische technische Dokumentationen bereit, auf die sich der Agent beziehen soll.
5. Output-Struktur: „Erledigt“ definieren
Sagen Sie dem Agenten genau, wie die Antwort aussehen soll (z. B. Markdown, JSON oder Tabellen).
6. Wichtige Erinnerung: Der Nordstern
Wiederholen Sie die kritischsten Anforderungen am Ende des Prompts. Wiederholung verbessert die Einhaltung, insbesondere bei längeren, komplexeren Anweisungen.
Formatierung für Lesbarkeit und Debugging
Um es dem Modell zu erleichtern, den Anweisungen zu folgen – und Ihnen das Debugging zu ermöglichen – nutzen Sie Markdown-Formatierung:
- Markdown-Header: Verwenden Sie # und ##, um eine klare Hierarchie für Crawler und die KI gleichermaßen zu schaffen.
- Hervorhebung: Nutzen Sie Fettdruck, Zitatblöcke oder GROSSBUCHSTABEN für kritische Sicherheitsanweisungen.
- Querverweise: Erstellen Sie interne Bezüge zwischen den Abschnitten, um dem Modell zu helfen, verwandte Anweisungen logisch zu verknüpfen.
Strukturierte Prompts machen bei Fehlern sofort ersichtlich, welche spezifische Anweisung den Fehler verursacht hat, was den Zeitaufwand für das Prompt Engineering erheblich reduziert.
Prompt-Vorlage
Hier ist die Vorlage, die Sie kopieren und einfügen können:
# Role / ToneYou are a [role] with expertise in [domain].
Tone: [clear, concise, friendly, formal, etc.].
# Task DefinitionYour Goal: [one sentence describing the outcome]
Sucess looks like: [2–4 bullets describing what “good” means].
# Rules & Guardrails
Do: [required behaviors]
Don’t: [forbidden behaviors]
Quality checks: [accuracy, safety, policy, formatting, etc.]
# Data / ContexAudience: [who this is for]
Inputs: [paste text, metrics, constraints, examples]
Definitions: [key terms]
# Output Structure
Return your answer as:Format: [Markdown / Table / JSON]
Sections: [list exact headings]
# Key ReminderRepeat the two most important constraints here.Fazit
Um effektive KI-Agenten zu entwickeln, muss man sich von dialogorientierten Prompts lösen und sich stattdessen auf technische Spezifikationen konzentrieren. Durch die Verwendung des Sechs-Komponenten-Entwurfs – Regel/Tonfall, Aufgabe, Regeln/Leitplanken, Daten, Ausgabestruktur und wichtige Hinweise – stellen Sie sicher, dass Ihre KI-Assistenten vorhersehbar, zuverlässig und produktionsreif sind.

